Geschichte

Die Geschichte der Lebensgemeinschaften des Vereines „Koordination sozialpädagogischer Lebensgemeinschaften e.V.“ hat ihre Wurzeln in den sogenannten Außenwohngruppen des staatlichen Trägers LEB Hamburg Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhundert. Geprägt von großen Heimen, Betreuung im Schichtdienst, vielfältige Funktionsaufteilungen (ErzieherInnen, TherapeutInnen, Hauswirtschaftskräfte etc.) war Heimerziehung seinerzeit eine Kunstwelt für die betreuten Kinder, in der sie ihre Lebenszeit als die Arbeitszeit der Betreuer erlebten.

Im Zuge der Heimreform entstanden neben anderen, kleineren Betreuungseinheiten auch die, in Hamburg „Außenwohngruppen“ genannten, Lebensgemeinschaften. Auch das häufige Scheitern von Inpflegegaben forcierte die Gestaltung dieser professionellen, familienähnlichen Betreuungsform. Es entstanden im Jahr 1983 7 Außenwohngruppen mit 25 Plätzen. Grundlage war ein Dienstleistungsvertrag der Betreiber mit dem LEB. Dieser begründete die Selbständigkeit der Betreiber und trug somit der Arbeitszeitverordnung Rechnung. Gleichzeitig war der Vertrag die Grundlage für die Anbindung an den LEB. Neben der fachlichen, qualitativen Weiterentwicklung bedeutete die Anbindung auch ein vermindertes Belegungsrisiko und ökonomische Sicherheit.

Im Laufe der Jahre emanzipierten sich die „Außenwohngruppen“ von einer zunächst belächelten, als „hausfrauisierendes Modell“ bezeichneten, Betreuungsform zum größten Angebot der öffentlichen Erziehung im LEB mit 250 Plätzen.
Das Modell des gemeinsamen Lebensortes von Erwachsenen und Kindern unter professionellen Bedingungen konnte seine Qualität entfalten.

Zugleich wurde die qualitative Weiterentwicklung im LEB schwieriger, wechselnde Zuständigkeiten und die Aufteilung in verschiedene, regionale Gruppen führten zu einem Verlust an Wertschätzung und Bedeutung. Nach dem sozialrechtlichen Vorwurf der Scheinselbständigkeit kündigte der LEB die bestehenden Verträge. Viele Außenwohngruppen setzten ihre Art der Arbeit mit eigener Betriebserlaubnis und individueller Leistungsbeschreibung in eigener Trägerschaft fort. Um fachlichen Austausch, kollegiale Beratung und Supervision qualitätsentwickelnd zu gewährleisten, schlossen sich niedersächsische Wohngruppenbetreiber in dem Verein „ Koordination sozialpädagogischer Lebensgemeinschaften e.V.“ zusammen.

 

 

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